Barrierefreiheit - Wo hält die Bahn? Rennerei an Doppelhaltestellen

Schon länger steht das Thema auf der Agenda des Fahrgastbeirats.

Für viele Fahrgäste ist der Einstieg an Haltestellen wie Stadttheater, Hauptbahnhof oder Eschholzstrasse oft eine hektische Angelegenheit, da es sich um Doppelhaltestellen handelt. DIe Möglichkeit, dass zwei Bahnen an einer Haltestelle halten können, ist für die VAG gerade auf der Bahnhofsachse ( mit vier Linien) ein wichtiger Punkt um den Takt halten zu können.

Dabei entstehen für den Fahrgast leider oft unklare Verhältnisse, wo die gewünschte Bahn genau hält. Gerade der Halt an der zweiten Halteposition wird eher vermieden, oft durch langsames Heranschleichen, bis die erste Bahn die vorderste Position verlassen hat. Allerdings ist das eben nicht immer der Fall.

Und so ist der Fahrgast immer auf dem Sprung. Gerade für mobil eingeschränkte Personen keine gute Lösung. Auch der Hinweis der VAG sich im mittleren Bereich der Haltestelle aufzuhalten, kann für einige Fahrgäste einen zu langen Weg bedeuten. Je nachdem welcher Einstieg benötigt wird und welcher Fahrzeugtyp gerade einfährt.

Leider ist auch die DFI (Dynamische Fahrgastinformation) an den Haltestellen keine 100%ige Lösung, da die Reihenfolge auf der Anzeige leider nicht immer der Realität entspricht. Viele der Anzeigen werden noch über Funk angesteuert und da kann es je nach Standort zu Verzögerungen kommen.

Die Idee, das das hintere Fahrzeug zwingend noch einmal an der vorderen Position hält, wurde auch mit dem Hinweis auf die kurze Taktfolge (gerade im Berufsverkehr) verworfen.

Auch Markierungen auf dem Boden wären für das Fahrpersonal nicht eindeutig genug um zu erkennen, ob jemand einsteigen möchte oder nur zufällig in der Markierung steht. Aufgrund des hohen Andrangs in diesen Bereichen ist dieser Vorschlag nicht umsetzbar.

Der Blick über die Grenze nach Basel wird zeigen, ob die Umwandlung von Doppelhaltestellen in Einfachhaltestellen ein Erfolg wird. Dort wird der Wunsch der Fahrgäste nach einem mehrwöchigen Test Ende 2020 umgesetzt. Dabei entstehen Umbaukosten, es ergeben sich etwas längere Fahrtzeiten und zeitweise muss sogar ein Fahrzeug zusätzlich eingesetzt werden.

 

 

Datum
05 Februar 2020