Aktuelle Themen im Gesamt-Fahrgastbeirat
Unser Ziel ist es, bereichsübergreifende Verbesserungen im Angebot des ÖPNV zu erreichen, Probleme abzustellen oder zumindest die Ursache für Probleme zu ergründen, Beschwerden und Anregungen weiterzuleiten und dafür zu sorgen, dass sich wirklich etwas bewegt. Helfen Sie mit, indem Sie uns Anregungen zu aktuellen Themen mitteilen oder auch eigene Fragen aufwerfen oder Erfahrungen und Problem schildern.

Um akuten Problemen erfolgreich nachzugehen und damit den Vorgang nachvollziehen und auf Abhilfe dringen zu können, ist es jeodch notwendig, dass Sie uns diese Problem zeitnah schildern. Bitte wenden Sie sich über die u.g. E-Mail-Adresse, unsere Homepage, die Kontakt- oder die Mitgliederseite an den Fahrgastbeirat oder an einen unserer Sprecher.
 
Aktuelle Themen zur Verbesserung des Angebots:
Generelle Fragen:
  • Tariffragen, Kostensituation (Preise, Zuschüsse)
  • Grundsätzliche Probleme in speziellen Situationen (Unfälle, Großbaustellen)
  • Gefährdung von Personen durch durchfahrende Züge
  • Langfristige Erarbeitung von Richtlinien und Vorgaben für den ÖPNV in der Region
  • Kapazitätsprobleme auf allen Strecken
  • Verbesserung von Anschlüssen
  • Verbesserung der Anbindung benachteiligter Gebiete
  • Auswirkungen von KONUS auf die Auslastung der Fahrzeuge
  • Behindertengerechter ÖPNV
  • Sauberkeit an Bahnhöfen, Haltestellen
  • Fahrgastservice
  • Fensterwerbung an Fahrzeugen
  • Vereinheitlichung der Fahrradmitnahmeregelungen in BW
  • Krisenmanagment der DB
  • Bahnverkehr Freiburg - Müllheim - Mulhouse
Aktuelle Schwerpunkte:
  • Auswirkungen des letzten Fahrplanwechsels
  • Ausbau des Hbf Freiburg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
Fahrplan-Verbesserungen Die Bundesregierung hat die sog. Regionalisierungsmittel, die er den Landesregierungen zur Unterstützung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zur Verfügung stellt, seit 2007 erheblich gekürzt. Baden-Württemberg gehört zu den wenigen Bundesländern, die diese Kürzung in großem Umfang an den Nahverkehr weitergeben und nicht - wie es eigentlich gedacht war - durch die Mehrwertsteuererhöhung am 1.1.2007 zumindest teilweise auffangen. Die Nahverkerhsgesellschaft Baden-Württemberg (www.nvbw.de) und die regionalen Verkehrsunternehmen haben in zähen Verhandlungen ein Konzept erarbeitet, das die Streichung einzelner Verbindungen ab Juni 2007 auf ein Minimum reduziert. Dennoch trifft es bestimmte Regionen und bestimmte Fahrgastgruppen besonders hart. Der Fahrgastbeirat hat in zahllosen Schreiben an die verschiedensten (mit)verantwortlichen Stellen versucht, hier Abhilfe zu schaffen, mit nur geringem Erfolg. Verbesserungen konnten jedoch auf der Rheintalschiene und - in geringem Umfang - auf der Höllentalbahn erreicht werden. Derzeit laufen Verhandlungen über eine Neuverteilung der Regionalisierungsmittel auf die Bundesländer.
Gefährdung durch durchfahrende Züge

Seit Jahren ist bekannt, dass beim Durchfahren schneller Züge eine immense Sogwirkung auf alles, was auf dem Bahnsteig steht, ausgeht. Dazu gab es in den letzten Jahren auch mehrere Fernsehberichte. Über 50 meist tödliche Unfälle sind bekannt. Die Bahnrichtlinien, die sich auf gesetzliche Regelungen berufen, sehen Warnhinweise vor, die sich an der Größe der Bahnhöfe bzw. Bahnsteige, des Fahrgastaufkommens, der Häufigkeit der Durchfahrten und der Geschwindigkeit der Züge orientieren. An kleineren Bahnhöfen hält sie die angebrachten Warnschilder und die aufgebrachten weißen Linien für ausreichend. Aufgrund verschiedener wissenschaftlicher Untersuchungen muss man den Abstand dieser Linien von der Bahnsteigkante als für zu gering erachten. Wir fordern an allen betroffenen Bahnhöfen akustische und optische Warneinrichtungen.

Analyse von Problemen bei Unfällen und bei Großbaustellen

Eine Aufarbeitung der Reaktionen anlässlich des schweren Bahnunglücks in Müllheim im Frühjahr 2011 hat teils eine sehr gute Bereitstellung von Hilfs- und Informationsmaßnahmen, leider aber auch einige schwerwiegende Mängel zutage gebracht, die hauptsächlich auf Kommunikationsprobleme zurückzuführen sind. Der Fahrgastbeirat Süd hat sich intensiv um eine Dokumentaion und zukünftige Beseitigung solcher Probleme eingesetzt.

Die Großbaustelle bei Riegel im August und September 2011 hat trotz der anerkannt intensiven und gut durchdachten Vorbereitung der DB auf diese Maßnahme in Einzelfällen zu massiven Verzögerungen im Nah- und fernverkehr geführt. Die Gründe hierfür sollen in einem Gespräch mit DB Regio analysiert werden.

Die Großbaustelle zwischen Müllheim und Basel hat 2014 zu erheblichen Einschränkungen geführt. Im Großen und Ganzen hat jedoch der Ersatzverkehr und die Sonderregeleungen zur Nutzung höherwertiger Züge gut funktioniert. Positiv aufgefallen ist der teilweise besondere Einsatz einiger Busfahrer im Schienenersatzverkehr.

Kapazitäztprobleme:
Nicht nur, aber besonders zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends sind die Züge der DB sowohl auf der Höllentalstrecke als auch auf der Rheintalstrecke oft hoffnungslos überlastet. Ähnliche Situationen findet man auch bei der BSB, insbesondere im Wochenend-Ausflugsverkehr. Eine höhere Zugdichte oder (bei der DB) längere Züge wären dringend erforderlich, sind aber derzeit kaum realisierbar. Es verkehren grundsätzlich nur Züge, die von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (www.nvbw.de) "bestellt" werden. Nicht zuletzt bedingt durch die Zunahme der Fahrgastzahlen aufgrund des KONUS-Programms (s.u.) hat sich die Überlastung der Züge im Verlauf der letzten drei Jahre verstärkt. Wir bemühen uns, nach machbaren Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Seit dem Jahre 2009 konnten einige Züge der Höllentalbahn durch weitere Wagen verstärkt werden, so dass hier insbesondere nachmittags das Platzangebot deutlich verbessert wurde. Weitere signifikante Verbesserungen werden aller Voraussicht nach erst mit Verwirklichung des Breisgau-S-Bahn-Projekts realisiert werden. Hierzu sind erhebliche Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen an fast allen Bahnhöfen erforderlich, die bis 2018 abgeschlossen sein sollen. Ebenso ist eine Neuausschreibung der Schienenverkehre erforderlich. Hier ist das Land BW derzeit rund zwei Jahre in Rückstand, so dass eine Verwirklichung bis 2018 fraglich erscheint.
Preise
Aufgrund regelmäßiger ausführlicher Information im Fahrgastbeirat ist uns allen klar, dass die Kostensituation - insbesondere wegen der immer geringer ausfallenden Zuschüsse des Landes - keinen Gestaltungsspielraum lässt. Die regelmäßigen Fahrpreiserhöhungen decken bei weitem nicht den wirklichen Mehrbedarf. In diesem Licht fallen die jährlichen Preisänderungen noch sehr moderat aus.
Auswirkungen von KONUS
Das Tourismus-Förderprogramm KONUS, mit dem Gäste im Schwarzwald durch Bezahlung einer leicht erhöhten Kurtaxe berechtigt sind, kostenlos den ÖPNV zu benutzen, hat die Situation des Schwarzwald-Tourismus zweifellos verbessert. Damit verbunden ist naturgemäß ein Rückgang der Anzahl verkaufter Fahrkarten sowie eine erheblich höhere Auslastung der Fahrzeuge. In vielen Fällen sind die DB-Züge jetzt auch außerhalb der Berufsspitzen überbelegt. Immerhin hat auch die DB-Regio das Problem erkannt und einige Möglichkeiten zur Verbesserung der Kapazitätslage veranlasst. Einzelne Züge werden derzeit durch einen zusätzlichen Wagen verstärkt. Der Einsatz weiterer Züge und Busse erfordert eine entsprechende Anforderung durch die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (www.nvbw.de) oder die Gemeinden, die jedoch nicht die Finanzmittel haben, dieses verbesserte Angebot auch zu bezahlen.
Anschlüsse

Dies ist ein ständiges Thema. Zweifellos kann bei der Komplexität des gesamten eng ineinander verzahnten Reiseverkers bei Bahn, Straßenbahn und Buslinien nicht jedes Anschlussproblem optimal gelöst werden. Einzelne Fälle können aber optimiert werden. Wir gehen jedem einzelnen uns bekannten Fall nach.

Versorgung benachteiligter Gebiete Die Vermeidung von "Parallelverkehr", d.h. Buslinien, die parallel zu Bahn- oder Straßenbahnlinien fahren, führt leider häufig zu längeren Fahrzeiten und der Notwendigkeit häufigeren Umsteigens. Dabei wurde oft außer acht gelassen, dass die innerstädtisch zu benutzende Straßenbahn eben leider nicht "parallel" zur optimalen Verbindung zum Hauptbahnhof verläuft, sondern einen größeren, und damit zeitkritischen Umweg fährt. Generell bemühen wir uns um eine Verbesserung solcher Busverbindungen.
Fahrpreisnacherhebungspraxis der DB Seit dem Sommer 2009 wurde die Raklamation von nicht korrekt ausgestellten KONUS-Berechtigungen dahingehend geändert, dass zunächst die ausstellenden Beherbergungsbetriebe zur Kasse gebeten werden. Das entschärft die Lage erheblich, da unerfreuliche Diskussionen in den Zügen deutlich abnehmen, enthebt den Fahrgast jedoch nicht von der Pflicht, korrekte Angaben bei der Ausstellung zu machen. Seit Sommer 2011 häufen sich jedoch wieder Beschwerden über ungerechtfertigte Fälle.
Behindertengerechter ÖPNV

Leider gibt es noch immer Bahnhöfe, auf denen es schwierig oder gar unmöglich ist, mit einem Rollstuhl einzelne Bahnsteige zu erreichen. Hierzu werden wiederholt Anfragen an die Bahn gestellt, um die Probleme zu beseitigen. Anlässlich der kürzlich durchgeführten Sanierung der Stadtbahnbrücke wurde eine Verbesserung im Sperr- und Leitsystem auf der Brücke angemahnt, um auch sehbehinderten Personen ein sicheres Überqueren der Gleise zu ermöglichen. Nach wie vor sind die Zugangsmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Personen an den Gleisen 4 - 7 sub-optimal, da man auf die Aufzüge an der Stadtbahnbrücke angeweisen ist. Eigene Aufzüge zu installieren ist die DB nicht bereit. Die derzeitige Initiative BoB hat die präkere Situation am Hbf Freiburg aufgeriffen und bemüht sich intensiv um Verbesserungen.

 

© 2005-2014 RVF-Fahrgastbeirat | c/o Regio-Verkehrsverbund Freiburg | Bismarckallee 4 | 79098 Freiburg,
E-Mail rvf@rvf-fahrgastbeirat.de | Internet http://www.rvf-fahrgastbeirat.de/rvf/

Letzte Änderung: Wolfgang Kamke, 21.12.2014