Platzangebot: Corona-Abstandsregeln können nicht eingehalten werden, kleine Verbesserung

(27.5.2020) Schreiben an die NVBW: 

Der Fahrgastbeirat Dreisamtal-Hochschwarzwald hat sich in Schreiben an die Nahverkehrsgesellschaft BW und an den Verkehrsminister gewandt, um sich dafür einzusetzen, dass das Platzangebot auf der Linie S1 (Ost-West) umgehend verbessert wird, weil in den Hauptverkehrszeiten die Auslastung der Züge viel zu hoch ist, als dass die gebotenen Sicherheitsabstände eingehalten werden könnten.

Spontane Reaktionen waren der Hinweis der NVBW, dass man sich mit der Bahn "abgestimmt" habe, und die Rückmeldung von DB-Regio, dass man direkt vor der am 14.6.2020 vorgesehenen Einführung des neuen Netzfahrplans auf der Rheintalstrecke stehe und dass alle Mitarbeiter damit beschäftigt seien, diesen "Kraftakt" zu bewältigen.

Der Zeitpunkt der Rückkehr zum 30min-Takt auf der Linie S1 bleibt also leider beim 14.6.2020.

"Aufgrund der Erfahrungen des zurückliegenden Vatertags" habe man sich "entschieden (ein weiterer Kraftakt) an den bevorstehenden Sonn- und Feiertagen (einschließlich Fronleichnam) zus. Züge im Bereich der Höllentalbahn anzubieten", so die weitere Rückmeldung. Online sollte die Info dazu voraussichtlich am Freitag verfügbar sein. Nach der uns mitgeteilten Vorabinformation werden an den o.g. Tagen die folgenden Züge zusätzlich fahren:

FR Hbf 09:57 – Kirchzarten 10:12 – Titisee 10:44 – Neustadt 10:50
FR Hbf 12:57 – Kirchzarten 13:12 – Titisee 13:44 – Neustadt 13:50
FR Hbf 15:57 – Kirchzarten 16:12 – Titisee 16:44 – Neustadt 16:50
   und in Gegenrichtung
Neustadt 11:16 – Titisee – 11:25 – Kirchzarten 11:52 – FR Hbf 12:04
Neustadt 14:16 – Titisee – 14:25 – Kirchzarten 14:52 – FR Hbf 15:04
Neustadt 17:16 – Titisee – 17:25 – Kirchzarten 17:52 – FR Hbf 18:04

Mit anderen Worten, es wird effektiv ein weiterer Zug mit einem dreimaligen Umlauf auf die Strecke gesetzt.

(28.5.2020) Update. Antwort des Verkehrsministeriums:  

Das Ministerium verweist auf einen "Hinweis", nach dem die Abstandsregeln im ÖPNV nicht mehr eingehalten werden müssen (https://vm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mvi/intern/Dateien/PDF/PM_Anhang/200429_ANHANG_fin_Gemeinsame_Hinweise_Corona_V6.pdf). Nach gegenwärtigem medizinisch fundiertem Erkenntnisstand ist ein ausreichender Abstand jedoch immer noch das zuverlässigste Mittel, die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung zu minimieren. Angesichts der aktuellen Fallzahlen ist das Risiko zwar insgesamt inzwischen nicht mehr so hoch, aber die Folgen können, insbesondere bei Personen, die zu einer Risikogruppe zählen, heftig sein. So bleibt es leider jedem selbst überlassen, für sich die eigenen Konsequenzen zu ziehen und ggf. auf die Nutzung des ÖPNV zu verzichten.

(30.5.2020) Update:  Die Politik sieht das etwas differenzierter:  

Bei der Maskenpflicht in Geschäften, im Betrieb oder beim Nahverkehr herrscht offenbar größte Einigkeit: "Um eine Ausbreitung des Sars-CoV2-Virus zu verhindern und sich individuell vor einer Infektion zu schützen, haben Bürgerinnen und Bürger weiter grundsätzlich einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten", steht in dem Beschlusspapier des Chefs des Bundeskanzleramts und der Chefs der Staatskanzleien der Länder (https://www.n-tv.de/infografik/Coronavirus-aktuelle-Zahlen-Daten-zur-Epidemie-in-Deutschland-Europa-und-der-Welt-article21604983.html). Der "Mindestabstand von 1,5 Metern" ist fettgedruckt.

 

Datum
30 Mai 2020