Fahrgastbeirat Dreisamtal-Hochschwarzwald - Themen

Aktuelle Themen

Unser ständiges Ziel ist es, Verbesserungen im Angebot des ÖPNV zu erreichen, Probleme abzustellen oder zumindest die Ursache für Probleme zu ergründen, Beschwerden und Anregungen weiterzuleiten und uns dafür einzusetzen, dass sich wirklich etwas bewegt. Helfen Sie mit, indem Sie uns Anregungen zu aktuellen Themen mitteilen oder auch eigene Fragen aufwerfen oder Erfahrungen und Probleme schildern. 

Ein paar Details zu einigen unserer aktuellen Themen finden Sie in untenstehender Tabelle. Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich bitte bei uns.  

Ältere Themen, die entweder zu Verbesserungen geführt haben oder als hoffnungslos eingestuft werden mussten oder aber auch durch neuere Entwicklungen inzwischen obsolet geworden wind, haben wir im Bereich Themen Archiv aufgelistet.

Betrieb
Breisgau-S-Bahn

nach Lockerung der Einschränkungen: 

Vollstes Verständnis haben fast alle Fahrgäste aufbringen können, als der Takt auf der Linie S1 im März von 1/2 h auf 1/1 Stunde ausgedünnt wurde. Nach anfänglichen Beschwerden wurde in den Tagesrandzeiten noch nachgebessert, so dass der Betrieb wenigstens in etwa dem Bedarf gerecht wurde.

Im Zuge der schrittweisen Relaxierung der Corona-bedingten Einschränkungen (Öffnung der Geschäfte, Restaurants, Schulen, Kitas u.v.a.m.) ist der Platz-Bedarf jedoch in der ersten Mai-Hälfte rapide angestiegen. Die Auslastung der Züge überschreitet täglich in den Hauptverkehrszeiten den Wert von 50%, was es generell unmöglich macht, die gleichermaßen gesetzlich vorgegebenen Abstandsregeln einzuhalten. 

Wir fordern umgehend, d.h. jetzt (noch im Mai), nicht erst am 14. Juni, eine Rückkehr zu einem Halbstundentakt, wenigstens in der am 17.2.2020 als "Übergangslösung" eingeführten Form. Zudem könnten die Züge, die ja für die Kernstrecke Gottenheim — Titisee einmal mit drei Zugeinheiten geplant gewesen waren, ohne Mehraufwand an Personal in dieser "besseren" Zusammenstellung fahren, ohne dass hierfür mehr Fahrpersonal benötigt würde. Allein das würde die Kapazität um knapp 50% erhöhen.

Enttäuschend liest sich dazu die Stellungnahme der DB-Regio (s. Badische Zeitung vom 20.5.2020), in der kein sachlicher Grund angegeben wird, dass diese Bedarfsanpassung erst zum 14. Juni eingeführt werden soll. Lediglich auf eine übereinstimmende Meinung hierzu mit dem Landes-Verkehrsministerium und dem ZRF wird verwiesen. Wir halten das nicht für eine sachbezogene Begründung.

Chaos
Breisgau-S-Bahn: 

Dass ein neues Fahrplankonzept am ersten Tag seine Probleme haben kann, ist zweifellos verständlich. Dass es aber nach mehreren Wochen immer noch nicht funktioniert und sogar prinzipielle und wesentliche Eigenschaften dieses seit vielen Jahren propagierten und entwickelten Konzepts für voraussichtlich einige Monate komplett fallen gelassen werden (s. BZ vom 3.1.2020 und inzwischen Zig weitere), ja sogar streckenweise wieder Dieseltriebwagen und alte Zuggarnituren eingesetzt wurden, ist mehr als blamabel.

Die vielen Probleme, die sich eingestellt haben und die natürlich – trotz jahrelanger Planung und vielen Tests – niemand vorhersehen konnte, hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Zudem gelingt es uns nicht, hier ständig auf dem jeweils aktuellen Stand zu bleiben.

Die Ursachen des Fehlbetriebs sind offenbar vielfältig. Es beginnt wohl mit den Problemen beim Flügeln und Kuppeln. Offenbar ist das System nicht ausgereift genug, um den Vorgang einfach genug zu gestalten, dass er innerhalb weniger Minuten erfolgreich abgeschlossen werden kann. Die Zeit zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste liegt im Durchschnitt über der hierfür eingeplanten Zeit, so dass es auch deswegen zu kleinen, aber sich aufaddierenden Verzögerungen kommt. Und jede Verspätung schlägt sich sofort durch, weil auch die Gegenzüge dann zwangsläufig nur verspätet fahren können. 

Temporär ist ab dem 17.2.2020 ein geänderter Fahrplan in Kraft, aus dem fast alle Kopplungs- und Flügelungsvorgänge eliminiert wurde. Die Folge ist, dass jetzt jeder zweite Zug in Freiburg keinen Anschluss mehr hat, sondern man rund 25 Minuten warten muss, ehe es weiter geht. Das kann nicht nur als "Abstrich" bezeichnet werden, es ist praktisch ein vollständiger Rückschritt auf den früheren Betrieb. Im Gegenteil, dort hatten wir selten so lange Wartezeiten in Freiburg. —
Die ersten Pressemeldungen lassen übrigens erahnen, dass diese halbherzige Fahrplanänderung die Probleme zwar etwas reduziert, aber bei weitem nicht behoben haben.

Sonstige Störungen
im Betrieb: 

Schon immer gab es gelegentlich Störungen im Betriebsablauf, das lässt sich nicht unbedingt verhindern, nicht zuletzt, weil jede Störung eine (meist technische) Ursache hat, deren Behebung Zeit, Geld und personeller Aufwand bedeutet. Der Vertrag zwischen Land und DB Regio zum Fahrbetrieb im Bereich des RVF ist offenbar knapp kalkuliert. DB Regio verweist denn auch immer auf diesen Vertrag, wenn wir Verbesserungen anmahnen, weil diese im Vertrag angeblich nicht vorgesehen sind. 


Aktuelle bzw. regelmäßig wiederkehrende Themen zur nachhaltigen Verbesserung des Angebots:
Teilen Sie uns bitte akute Probleme mit!
Um akuten Problemen erfolgreich nachzugehen und damit den Vorgang nachvollziehen und auf Abhilfe dringen zu können, ist es notwendig, dass Sie uns diese Probleme zeitnah schildern. Bitte wenden Sie sich über die u.g. E-Mail-Adresse, unsere Homepage, die Kontakt- oder die Mitgliederseite an den Fahrgastbeirat oder an einen unserer Sprecher.
Je nach Umfang der Detailinformationen können wir uns um eine Klärung der Ursachen bemühen und uns für Maßnahmen einsetzen, solche Störungen in Zukunft zu vermeiden. 

Hierzu gehören u.a.:

  • Nicht eingehaltene Zug- / Bus-Anschlüsse
  • akute Probleme in Schienenersatzverkehren (SEV) 
  • Unberechtigte Fahrpreisnacherhebungen
  • Unverhältnismäßiges Verhalten von Zugpersonal und Busfahrern
  • Technische Störungen im Fahrbetrieb oder an den Wagen oder Bussen 
  • Extreme Lärmbelästigungen durch Baustellen (die sind allerdings leider meist unvermeidbar) 

Einige dieser Punkte werden unten im Detail angesprochen.

Aktuelle bzw.
regelmäßig wiederkehrende
Themen zur nachhaltigen Verbesserung
des Angebots:

Seit vielen Jahren fordern wir Verbesserungen folgender anhaltender Unzulänglichkeiten:
Bitte teilen Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen mit. 

Fahrzeuge und Fahrbetrieb: 

  • Probleme wegen eingestelltem Fahrkartenverkauf in den Zügen, z.T. unangemessene Behandlung durch das Kontrollpersonal (DB)
  • Informationsdefizit bei Ansagen in Zügen, insbesondere bei Störungen *)
  • Immer wieder nicht funktionierende Anschlüsse (DB/SBG/SWEG/BSB u.a.)
  • Zögerliche Beseitigung technischer Störungen, tage-, teilweise wochenlanges Herumfahren von Zugeinheiten mit defekten Toiletten bzw. Türen *)
  • Schlecht an den Bedarf angepasster Busnotverkehr (BNV) bei Streiks oder Betriebsstörungen *)
  • Unzureichende Schienenersatzverkehr (SEV) bei Bauarbeiten 
  • Sauberkeit in Zügen *)

Information der Fahrgäste über Verspätungen und Ausfälle: 

  • Fehlende, irreführende oder zu späte Ansagen bei Verspätung oder Zugausfall (DB), an Bahnhöfen wie im Zug  *)
  • Viel zu späte Ankündigungen bei Verspätung auf den Anzeigen (DSA) des Fahrgast-Informations-Systems   *)

Bahnhöfe:

  • Sauberkeit an Bahnhöfen
  • Verfügbarkeit und Zustand von Warteräumen

*) Zu diesen Punkten haben wir uns dieser Tage wieder an die DB Regio gewandt.

Einige dieser Punkte werden unten im Detail angesprochen. Eine Sortierung nach Aktualität haben wir nicht vorgenommen, weil einzelne Punkte immer wieder spontan akut werden und ein ständiges Umsortieren dier vielen Themen nicht zu schaffen ist.

SEV / BNV

Immer wieder werden Bauarbeiten an den Bahnstrecken notwendig. Das ist normal. Ob diese Bauarbeiten oft genau in die Urlaubszeit gelegt werden müssen, darüber lässt sich streiten. Das Fahrgastaufkommen in dieser Zeit mag -- wie die DB beteuert -- in dieser Zeit geringer sein, aber es ist offenbar immer noch zu groß, als dass die Leistungen, die im SEV bereit gestellt werden, generell ausreichend wären. Details zu früheren SEV finden Sie in unserem Themen-Archiv.

Auf der Elztalbahn wird es in diesem Jahr einen SEV geben, wenn die Bauarbeiten dort anlaufen. Wir hoffen, dass in beiden Fällen die Beeinträchtigungen gering ausfallen. Beide Streckenabschnitte fallen allerdings in den Zuständigkeitsbereich des Fahrgastbeirats Nord.

Der aktuelle (Mitte Februar 2020) laufende BNV ("Busnotverkehr") lässt erheblich zu wünschen übrig. Zunächst war nicht einmal die Dreiseen-Strecke abgedeckt, aber auch im Höllental fahren zu wenige Busse, die Fahrgäste stranden in Himmelreich und müssen oft ziemlich lange auf den Weitertransport warten. Wir haben uns u.a. deswegen an die DB Regio gewandt.

Kein Pardon bei fehlendem Fahrschein 
- egal warum!

Das ist leider ein Dauerbrenner: Immer wieder werden wir mit Fällen konfrontiert, in denen die Forderung der DB – nach der uns vorliegenden Schilderung der betroffenen Fahrgäste – unberechtigt erscheint. Wir bemühen uns jeweils um Aufklärung und um Beratung der Fahrgäste.

Man hat den Eindruck, dass wir alle Lügner und Betrüger sind. Die kategorische Ablehnung der Bahn, in den Zügen des Nahverkehrs Fahrkarten zu verkaufen, hat seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt immer wieder zu absurden Situationen geführt. Ausländer, die sich auf die Hilfe freundlicher Bahnbeamter verlassen haben, werden heruntergeputzt und wie Schwerverbrecher behandelt. Verstörte oder verirrte Fahrgäste müssen 60 Euro bezahlen wegen beispielsweiser unbemerkter Benutzung der 1. Klasse. Da hlft man ortsfremden Radfahrern zuvorkommend in den Zug, um sie Minuten später fertig zu machen und abzukassieren. Wo bleibt das Fingerspitzengefühl, die Menschlichkeit, ja der gesunde Menschenverstand eines angeblich "kundenfreundlichen" Verkehrsunternehmens? Wo bleibt vor allem die "voreilende" Infomationsbereitschaft, um solche unbeabsichtigten Situationen gar nicht erst eintreten zu lassen? Auffallende und prägnante Hinweise auf die "gängigen Fallen" insbesondere für Ortsfremde werden strikt abgelehnt mit dem Hinweis auf (a) die Rechtslage und (b) die Zig Seiten langen Tarifbestimmungen. Dazu dauerte die Bearbeitung von Beschwerden in den uns bisher bekannten Fällen bis zu vier Monaten. 

Dort, wo die DB-Regio direkt betroffen ist, war eine Zeitlang zu beobachten, dass der Umgangston der Zugbegleiter freundlicher geworden ist. Leider ist diese Tendenz schon seit dem Sommer 2011 stark rückläufig, es häufen sich wieder die Beschwerden. Allerdings, das muss man auch sehen, häufen sich seit einigen Jahren auch die Fälle, in denen umgekehrt Zugbegleiter von Fahrgästen massiv beleidigt oder gar angegriffen werden. Das ist aus unserer Sicht völlig intolerabel.

Unsere Bemühungen, eine bessere Vor-Ort-Information der Fahrgäste (d.h. in den Zügen gut sichtbare Hinweise) über z.B. die (streckenweise unterschiedliche) Kostenpflicht bei der Fahrradmitnahme) zu erreichen, scheiterten in der Vergangenheit stets an der kompromisslosen Haltung der DB. Die aktuelle Neuregelung, dass Fahrräder (außer Mo-Fr zwischen 6 und 9 Uhr) kostenfrei mitgenommen werden können, sollte die Angelegenheit allerdings erheblich entschärfen. 

Ansagen und Informationen an Bahnhöfen

Ansagen an Bahnhöfen sind rar geworden, es ist viel preiswerter, sich auf die elektronischen Anzeiger zu beschränken. Dass das für sehbehinderte Fahrgäste nicht genügt, wird als Argument nicht anerkannt. 

Aber auch so werden notwendige Mitteilungen über Betriebsänderungen (z.B. Zugverspätungen, Gleisänderungen) sehr häufig gar nicht oder viel zu spät angesagt bzw. angezeigt. Als Ursachen erfährt man von der DB: (1) relativ starre Vorschriften seitens der Bahn-Zentrale über die Inhalte und die Notwendigkeit von Ansagen / Anzeigen-Änderungen, (2) vorgegebene Prioritäten für die wenigen noch vorhandenen Fahrdienstleiter an der Strecke. Dabei sind auch Prioritäten geregelt, dass zunächst der Fahrbetrieb störungsfrei abgewickelt werden muss, so dass derartige Ansagen schon einmal ausfallen. Hier schlägt der Stellenabbau auf Kosten der Informationspflicht voll zu. Aktuelle Nachfragen im Störungsfall bei gelegentlich anzutreffendem Bahnpersonal zeigt aber auch immer wieder, dass selbst diese Personen oft nicht informiert wurden, was nun eigentlich im Detail geschehen soll, wenn mal wieder ein Zug nicht kommt oder nicht abfahren darf. Wie schon seit vielen Jahren gibt es auch hier regelmäßig ein Informationsdefizit.

Im derzeitigen Betriebszustand der S1 macht sich das Informationsdefizit besonders intensiv bemerkbar. Auch wegen des sturm-bedingten BNV im Hochschwarzwald sind die Informationen nicht immer richtig oder gar irreführend. Immerhin steht in Himmelreich seit dem 15. Februar offenbar Personal zur Beratung der Fahrgäste bereit.

Anschlüsse /
Busverbindungen

 

Auch dies ist ein ständiges Thema. Zweifellos kann bei der Komplexität des gesamten eng ineinander verzahnten Reiseverkers bei Bahn und Buslinien nicht jedes Anschlussproblem optimal gelöst werden. Einzelne Fälle können aber optimiert werden. Wir gehen jedem einzelnen uns bekannten Fall nach.

Während der aktuellen eher chaotischen Situation bei der Ost-West-Verbindung (S1) dürfte es allerdings im Moment müßig sein, auf Verbesserungen in den Busanschlüssen zu sprechen zu kommen.

 

  © 2005-2020 Fahrgastbeirat Dreisamtal-Hochschwarzwald (fgb-Ost)
E-Mail: ost@rvf-fahrgastbeirat.de 
Internet: http://www.rvf-fahrgastbeirat.de/ost/index.html
Zuletzt geändert 21.5.2020, Wolfgang Kamke 

 

Datum
21 Mai 2020