Fahrgastbeirat Dreisamtal-Hochschwarzwald - Themen

Aktuelle Themen

Unser ständiges Ziel ist es, Verbesserungen im Angebot des ÖPNV zu erreichen, Probleme abzustellen oder zumindest die Ursache für Probleme zu ergründen, Beschwerden und Anregungen weiterzuleiten und uns dafür einzusetzen, dass sich wirklich etwas bewegt. Helfen Sie mit, indem Sie uns Anregungen zu aktuellen Themen mitteilen oder auch eigene Fragen aufwerfen oder Erfahrungen und Probleme schildern. 

Ein paar Details zu einigen unserer aktuellen Themen finden Sie in untenstehender Tabelle. Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich bitte bei uns.  

Ältere Themen, die entweder zu Verbesserungen geführt haben oder als hoffnungslos eingestuft werden mussten oder aber auch durch neuere Entwicklungen inzwischen obsolet geworden wind, haben wir im Bereich Themen Archiv aufgelistet.

Betrieb
Breisgau-S-Bahn

nach Lockerung der Einschränkungen: 

Vollstes Verständnis haben fast alle Fahrgäste aufbringen können, als der Takt auf der Linie S1 im März von 1/2 h auf 1/1 Stunde ausgedünnt wurde. Nach anfänglichen Beschwerden wurde in den Tagesrandzeiten noch nachgebessert, so dass der Betrieb wenigstens in etwa dem Bedarf gerecht wurde. Im Zuge der schrittweisen Relaxierung der Corona-bedingten Einschränkungen (Öffnung der Geschäfte, Restaurants, Schulen, Kitas u.v.a.m.) ist der Platz-Bedarf jedoch in der ersten Mai-Hälfte rapide angestiegen. Der Takt wurde inzwischen wieder auf 1/2 Stunde verdichtet.

Die Auslastung der Züge überschreitet dennoch in den Hauptverkehrszeiten häufig den Wert von 50%, was es generell unmöglich macht, die gleichermaßen gesetzlich vorgegebenen Abstandsregeln einzuhalten. Die Maskenpflicht ersetzt, was die Sicherheit in Bezug auf eine Infektion durch Mitreisende angeht, nur in Grenzen die Einhaltung der üblichen Mindestabstände. Zudem sind immer wieder Fahrgäste zu beobachten, die bis heute nicht verstanden haben, wie eine Mund-Nasen-Bedeckung zu benutzen ist.

Unsere weitere Forderung, die Züge, die ja für die Kernstrecke Gottenheim — Titisee einmal mit drei Zugeinheiten geplant gewesen waren — tatsächlich in dieser Länge fahren zu lassen, wurde mit dem Hinweis abgelehnt, dass bereits alles fahre, was verfügbar sei. Für uns sieht das danach aus, dass letztlich die Wartungs-/Schadens-Ausfallquote unter schätzt wurde und/oder zu wenige Zugeinheiten bestellt worden sind.

Chaos
Breisgau-S-Bahn: 

Dass ein neues Fahrplankonzept am ersten Tag seine Probleme haben kann, ist zweifellos verständlich. Dass es aber viele Wochen danach immer noch nicht funktioniert und sogar prinzipielle und wesentliche Eigenschaften dieses seit vielen Jahren propagierten und entwickelten Konzepts für praktisch das ganze Jahr komplett fallen gelassen wurden, ist mehr als blamabel.

Die vielen Probleme, die sich eingestellt haben und die natürlich – trotz jahrelanger Planung und vielen Tests – niemand vorhersehen konnte, hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Zudem gelingt es uns nicht, hier ständig auf dem jeweils aktuellen Stand zu bleiben.

Die Ursachen des Fehlbetriebs sind offenbar vielfältig. Es beginnt wohl mit den Problemen beim Flügeln und Kuppeln. Offenbar ist das System nicht ausgereift genug, um den Vorgang einfach genug zu gestalten, dass er innerhalb weniger Minuten erfolgreich abgeschlossen werden kann. Die Zeit zum Ein- und Aussteigen der Fahrgäste liegt im Durchschnitt über der hierfür eingeplanten Zeit, so dass es auch deswegen zu kleinen, aber sich aufaddierenden Verzögerungen kommt. Und jede Verspätung schlägt sich sofort durch, weil auch die Gegenzüge dann zwangsläufig nur verspätet fahren können. 

Temporär war ab dem 17.2.2020 ein geänderter Fahrplan in Kraft, aus dem fast alle Kopplungs- und Flügelungsvorgänge eliminiert wurde. Die Folge war, dass jeder zweite Zug in Freiburg keinen Anschluss mehr hat, sondern man rund 25 Minuten warten muss, ehe es weiter geht. Das kann nicht nur als "Abstrich" bezeichnet werden, es ist praktisch ein vollständiger Rückschritt auf den früheren Betrieb. Im Gegenteil, dort hatten wir selten so lange Wartezeiten in Freiburg. —
Ob wir zum bevorstehenden Fahrplanwechsel im Dezember 2020 auch nur annähernd auf das Zielkonzept hoffen können, lässt sich einen Monat vorher noch nicht sicher sagen.

Sonstige Störungen
im Betrieb: 

Schon immer gab es gelegentlich Störungen im Betriebsablauf, das lässt sich nicht unbedingt verhindern, nicht zuletzt, weil jede Störung eine (meist technische) Ursache hat, deren Behebung Zeit, Geld und personeller Aufwand bedeutet. Der Vertrag zwischen Land und DB Regio zum Fahrbetrieb im Bereich des RVF ist offenbar knapp kalkuliert. DB Regio verweist denn auch immer auf diesen Vertrag, wenn wir Verbesserungen anmahnen, weil diese im Vertrag angeblich nicht vorgesehen sind. 


Aktuelle bzw. regelmäßig wiederkehrende Themen zur nachhaltigen Verbesserung des Angebots:
Teilen Sie uns bitte akute Probleme mit!
Um akuten Problemen erfolgreich nachzugehen und damit den Vorgang nachvollziehen und auf Abhilfe dringen zu können, ist es notwendig, dass Sie uns diese Probleme zeitnah schildern. Bitte wenden Sie sich über die u.g. E-Mail-Adresse, unsere Homepage, die Kontakt- oder die Mitgliederseite an den Fahrgastbeirat oder an einen unserer Sprecher.
Je nach Umfang der Detailinformationen können wir uns um eine Klärung der Ursachen bemühen und uns für Maßnahmen einsetzen, solche Störungen in Zukunft zu vermeiden. 

Hierzu gehören u.a.:

  • Nicht eingehaltene Zug- / Bus-Anschlüsse
  • akute Probleme in Schienenersatzverkehren (SEV) 
  • Unberechtigte Fahrpreisnacherhebungen
  • Unverhältnismäßiges Verhalten von Zugpersonal und Busfahrern
  • Technische Störungen im Fahrbetrieb oder an den Wagen oder Bussen 
  • Extreme Lärmbelästigungen durch Baustellen (die sind allerdings leider meist unvermeidbar) 

Einige dieser Punkte werden unten im Detail angesprochen.

Aktuelle bzw.
regelmäßig wiederkehrende
Themen zur nachhaltigen Verbesserung
des Angebots:

Seit vielen Jahren fordern wir Verbesserungen folgender anhaltender Unzulänglichkeiten:
Bitte teilen Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen mit. 

Fahrzeuge und Fahrbetrieb: 

  • Probleme wegen eingestelltem Fahrkartenverkauf in den Zügen, z.T. unangemessene Behandlung durch das Kontrollpersonal (DB)
  • Informationsdefizit bei Ansagen in Zügen, insbesondere bei Störungen *)
  • Immer wieder nicht funktionierende Anschlüsse (DB/SBG/SWEG/BSB u.a.)
  • Zögerliche Beseitigung technischer Störungen, tage-, teilweise wochenlanges Herumfahren von Zugeinheiten mit defekten Toiletten bzw. Türen *)
  • Schlecht an den Bedarf angepasster Busnotverkehr (BNV) bei Streiks oder Betriebsstörungen *)
  • Unzureichende Schienenersatzverkehr (SEV) bei Bauarbeiten 
  • Sauberkeit in Zügen *)

Information der Fahrgäste über Verspätungen und Ausfälle: 

  • Fehlende, irreführende oder zu späte Ansagen bei Verspätung, Zugausfall oder Gleiswechseln (DB), an Bahnhöfen wie im Zug  *)
  • Viel zu späte Ankündigungen bei Verspätung oder Gleiswechseln auf den Anzeigen (DSA) des Fahrgast-Informations-Systems   *)

Bahnhöfe:

  • Sauberkeit an Bahnhöfen
  • Verfügbarkeit und Zustand von Warteräumen
  • Unzureichende Ausstattung mit DSA (elektronischen Anzeigen) und Lautsprechern. Das ist wegen der neuen längeren Züge ein Problem.

Einige dieser Punkte werden unten im Detail angesprochen. Eine Sortierung nach Aktualität haben wir nicht vorgenommen, weil einzelne Punkte immer wieder spontan akut werden und ein ständiges Umsortieren dier vielen Themen nicht zu schaffen ist.

SEV / BNV

Immer wieder werden Bauarbeiten an den Bahnstrecken notwendig. Das ist normal. Ob diese Bauarbeiten oft genau in die Urlaubszeit gelegt werden müssen, darüber lässt sich streiten. Das Fahrgastaufkommen in dieser Zeit mag -- wie die DB beteuert -- in dieser Zeit geringer sein, aber es ist offenbar immer noch zu groß, als dass die Leistungen, die im SEV bereit gestellt werden, generell ausreichend wären. Details zu früheren SEV finden Sie in unserem Themen-Archiv.

Kein Pardon bei fehlendem Fahrschein 
- egal warum!

Das ist leider ein Dauerbrenner: Immer wieder werden wir mit Fällen konfrontiert, in denen die Forderung der DB – nach der uns vorliegenden Schilderung der betroffenen Fahrgäste – unberechtigt erscheint. Wir bemühen uns jeweils um Aufklärung und um Beratung der Fahrgäste.

Man hat den Eindruck, dass wir alle Lügner und Betrüger sind. Die kategorische Ablehnung der Bahn, in den Zügen des Nahverkehrs Fahrkarten zu verkaufen, hat seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt immer wieder zu absurden Situationen geführt. Ausländer, die sich auf die Hilfe freundlicher Bahnbeamter verlassen haben, werden heruntergeputzt und wie Schwerverbrecher behandelt. Verstörte oder verirrte Fahrgäste müssen 60 Euro bezahlen wegen beispielsweiser unbemerkter Benutzung der 1. Klasse. Da hlft man ortsfremden Radfahrern zuvorkommend in den Zug, um sie Minuten später fertig zu machen und abzukassieren. Wo bleibt das Fingerspitzengefühl, die Menschlichkeit, ja der gesunde Menschenverstand eines angeblich "kundenfreundlichen" Verkehrsunternehmens? Wo bleibt vor allem die "voreilende" Infomationsbereitschaft, um solche unbeabsichtigten Situationen gar nicht erst eintreten zu lassen? Auffallende und prägnante Hinweise auf die "gängigen Fallen" insbesondere für Ortsfremde werden strikt abgelehnt mit dem Hinweis auf (a) die Rechtslage und (b) die Zig Seiten langen Tarifbestimmungen. Dazu dauerte die Bearbeitung von Beschwerden in den uns bisher bekannten Fällen bis zu vier Monaten. 

Dort, wo die DB-Regio direkt betroffen ist, war eine Zeitlang zu beobachten, dass der Umgangston der Zugbegleiter freundlicher geworden ist. Leider ist diese Tendenz schon seit dem Sommer 2011 stark rückläufig, es häufen sich wieder die Beschwerden. Allerdings, das muss man auch sehen, häufen sich seit einigen Jahren auch die Fälle, in denen umgekehrt Zugbegleiter von Fahrgästen massiv beleidigt oder gar angegriffen werden. Das ist aus unserer Sicht völlig intolerabel.

Unsere Bemühungen, eine bessere Vor-Ort-Information der Fahrgäste (d.h. in den Zügen gut sichtbare Hinweise) über z.B. die (streckenweise unterschiedliche) Kostenpflicht bei der Fahrradmitnahme) zu erreichen, scheiterten in der Vergangenheit stets an der kompromisslosen Haltung der DB. Die aktuelle Neuregelung, dass Fahrräder (außer Mo-Fr zwischen 6 und 9 Uhr) kostenfrei mitgenommen werden können, sollte die Angelegenheit allerdings erheblich entschärfen. 

Ansagen und Informationen an Bahnhöfen

Ansagen an Bahnhöfen sind rar geworden, es ist viel preiswerter, sich auf die elektronischen Anzeiger zu beschränken. Dass das für sehbehinderte Fahrgäste nicht genügt, wird als Argument nicht anerkannt. 

Zudem ist es für Fahrgäste ohne Luchsaugen gar nicht möglich die einsamen Anzeigetafeln von den Bahnsteigenden oder sogar schon in geringerer Entfernung zu lesen. Die Ausstattung der Bahnhöfe auf der Höllentalstrecke ist in dieser Hinsicht mehr als dürftig. Insbesondere an den wichtigen Verzweigungsbahnhöfen, Titisee und Gottenheim, müssten auch Anlagen mit höherer Kapazität (mehrere Zeilen) installiert werden.

Aber auch so werden notwendige Mitteilungen über Betriebsänderungen (z.B. Zugverspätungen, Gleisänderungen) sehr häufig gar nicht oder viel zu spät angesagt bzw. angezeigt. Als Ursachen erfährt man von der DB: (1) relativ starre Vorschriften seitens der Bahn-Zentrale über die Inhalte und die Notwendigkeit von Ansagen / Anzeigen-Änderungen, (2) vorgegebene Prioritäten für die wenigen noch vorhandenen Fahrdienstleiter an der Strecke. Dabei sind auch Prioritäten geregelt, dass zunächst der Fahrbetrieb störungsfrei abgewickelt werden muss, so dass derartige Ansagen schon einmal ausfallen. Hier schlägt der Stellenabbau auf Kosten der Informationspflicht voll zu. Aktuelle Nachfragen im Störungsfall bei gelegentlich anzutreffendem Bahnpersonal zeigt aber auch immer wieder, dass selbst diese Personen oft nicht informiert wurden, was nun eigentlich im Detail geschehen soll, wenn mal wieder ein Zug nicht kommt oder nicht abfahren darf. Wie schon seit vielen Jahren gibt es auch hier regelmäßig ein Informationsdefizit.

Nicht zuletzt scheint es so, dass auch organisatorische und technische Unzulänglichkeiten für Verzögerungen von akut notwendigen Informationen verantwortlich sind. Die Anzeigetafeln werden von DB Station & Service betrieben, aber die Entscheidungen fallen in anderen Betriebseinheiten. Die Kommunikation läuft offensichtlich nicht reibungsfrei.

Im derzeitigen Betriebszustand der S1 macht sich das Informationsdefizit besonders intensiv bemerkbar. Auch während z.B. sturm-bedingter BNVe im Hochschwarzwald sind die Informationen nicht immer richtig oder gar irreführend.

Anschlüsse /
Busverbindungen

 

Auch dies ist ein ständiges Thema. Zweifellos kann bei der Komplexität des gesamten eng ineinander verzahnten Reiseverkers bei Bahn und Buslinien nicht jedes Anschlussproblem optimal gelöst werden. Einzelne Fälle können aber optimiert werden. Wir gehen jedem einzelnen uns bekannten Fall nach.

Während der aktuellen eher chaotischen Situation bei der Ost-West-Verbindung (S1) dürfte es allerdings im Moment müßig sein, auf Verbesserungen in den Busanschlüssen zu sprechen zu kommen.

 

  © 2005-2020 Fahrgastbeirat Dreisamtal-Hochschwarzwald (fgb-Ost)
E-Mail: ost@rvf-fahrgastbeirat.de 
Internet: http://www.rvf-fahrgastbeirat.de/ost/index.html
Zuletzt geändert 12.11.2020, Wolfgang Kamke 

 

Datum
12 November 2020